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Manuskript für KDP formatieren: Ränder, Satzspiegel, Druck-PDF

Buchwerk-Ratgeber · 5. September 2026

Das Manuskript ist fertig — und dann kommt der Schritt, an dem die meisten Projekte eine Woche verlieren: die Formatierung. Dabei sind die Regeln überschaubar. Man muss nur wissen, dass es zwei völlig verschiedene Regelwerke sind.

Zwei Dateien, zwei Denkweisen

Ein E-Book ist fließender Text. Es gibt keine Seiten; der Leser bestimmt Schriftgröße und Zeilenlänge, und dein Layout muss sich beugen. Jede feste Positionierung ist ein Fehler.

Ein Taschenbuch ist das genaue Gegenteil: feste Seiten, feste Ränder, ein Bundsteg, der mit der Dicke wächst. Hier ist alles Millimeterarbeit.

Wer beides aus derselben Datei erzeugt, ohne diesen Unterschied zu beachten, bekommt entweder ein E-Book mit zerrissenen Seitenumbrüchen oder ein Druck-PDF mit Text im Falz.

Das E-Book

  • Keine festen Seitenumbrüche außer vor Kapitelanfängen
  • Überschriften als echte Formatvorlagen (Überschrift 1, Überschrift 2). Daraus baut sich das klickbare Inhaltsverzeichnis — von Hand fett gemachte Zeilen erkennt kein Reader
  • Keine Kopf- und Fußzeilen, keine Seitenzahlen. Beides ergibt ohne feste Seiten keinen Sinn
  • Keine doppelten Leerzeilen als Abstandsgestaltung — nutze den Absatzabstand der Formatvorlage
  • Kein manueller Blocksatz und keine Trennstriche. Der Reader bricht selbst um; feste Trennungen tauchen später mitten in der Zeile auf
  • Bilder zentriert und in vernünftiger Auflösung, aber nicht überdimensioniert — die Dateigröße wird dir bei 70 % Tantieme in Rechnung gestellt

Das Taschenbuch

Format wählen

Drei Größen decken fast alles ab:

  • 12,7 × 20,32 cm — kompakt, gut für kurze Ratgeber
  • 13,34 × 20,32 cm — etwas großzügiger, weiterhin handlich
  • 15,24 × 22,86 cm — der Standard für Sachbücher. Mehr Text pro Seite bedeutet weniger Seiten und damit geringere Druckkosten

Ränder: der Bundsteg wächst mit der Seitenzahl

Je dicker das Buch, desto mehr Papier verschwindet im Falz. KDP verlangt deshalb Mindestwerte für den inneren Rand:

  • 24 bis 150 Seiten: 0,64 cm
  • 151 bis 300 Seiten: 0,89 cm
  • 301 bis 500 Seiten: 1,27 cm
  • 501 bis 700 Seiten: 1,52 cm
  • 701 bis 828 Seiten: 1,91 cm

Für die übrigen Ränder gilt ein Mindestwert von 0,64 cm; kommen Elemente bis an den Rand (Anschnitt), brauchst du zusätzlich 0,32 cm Zugabe. Plane großzügiger als das Minimum — Druckmaschinen haben Toleranzen, und ein knapper Satzspiegel sieht auch bei perfektem Druck gedrängt aus.

Seitenzahl

Mindestens 24 Seiten, höchstens 828 bei Schwarzweißdruck auf weißem Papier. Ungerade Gesamtseitenzahlen gibt es nicht — der Satz füllt bis zur nächsten geraden Seite auf. Kapitel beginnen üblicherweise auf der rechten, also ungeraden Seite; das erzeugt Leerseiten, die mitzählen und mitkosten.

Die PDF-Datei

  • Ein einziges, zusammenhängendes PDF für den kompletten Buchblock
  • Alle Schriften eingebettet — das ist der häufigste Ablehnungsgrund
  • Keine Kommentare, keine Formularfelder, keine Ebenen
  • Bilder in 300 dpi

Die Vorschau ist nicht optional

KDP zeigt dir nach dem Hochladen eine seitengenaue Vorschau. Geh sie vollständig durch, nicht nur die ersten Seiten. Worauf du achtest:

  • Beginnt jedes Kapitel auf der richtigen Seite?
  • Steht irgendwo eine einzelne Zeile allein am Seitenanfang oder -ende?
  • Sitzen Kopfzeilen und Seitenzahlen auf allen Seiten gleich?
  • Ist der innere Rand wirklich breiter als der äußere?

Diese zwanzig Minuten sparen die Runde, in der ein Käufer den Fehler findet.

Der häufigste Fehler: direkt aus dem Textprogramm exportiert

Ein Manuskript, das für den Bildschirm geschrieben wurde, hat gleiche Ränder auf allen Seiten, keine gespiegelten Seitenränder und ein automatisches Inhaltsverzeichnis mit Seitenzahlen, die im E-Book nichts bedeuten. Der Export erzeugt daraus ein technisch gültiges, aber unverkennbar selbstgemachtes Buch.

Der Unterschied kostet keine Woche, sondern eine Stunde: Seitenränder auf "gespiegelt" stellen, Bundsteg nach der Tabelle oben setzen, Formatvorlagen für Überschriften benutzen, Kapitel auf ungeraden Seiten beginnen lassen — danach ist der Export brauchbar.

Fazit

E-Book heißt fließen lassen, Taschenbuch heißt Millimeter. Wer die Mindestränder nach Seitenzahl kennt, die Schriften einbettet und die Vorschau ganz durchsieht, kommt beim ersten Hochladen durch. Bei Buchwerk entsteht das druckfertige PDF direkt aus dem Manuskript — die Maße sitzen, bevor du die Datei zum ersten Mal siehst.

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